September 25, 2020

Aktienrückkäufe | Vielleicht nur Kursmanipulation?

Aktienrückkäufe spielten in den letzten paar Jahren vor allem in den USA eine enorme Rolle  und sind auch damit verantwortlich, dass die Kurse teils in die Höhe geschossen sind. Leider haben darunter die Bilanzen ziemlich leiden müssen und die Unternehmen haben teilweise neue Schulden gemacht.

Ich möchte euch am Beispiel von McDonalds in weitere Folge zeigen, wie sich Aktienrückkäufe auf die Bilanz und sämtliche Kennzahlen auswirkt, und vor allem wie durch Aktienrückkäufe Wachstum vorgegaukelt wird.

Was sind Aktienrückkäufe?

Mit dem Rückkauf eigener Aktien ist es für Unternehmen möglich, die Zahl der umlaufenden Aktien zu verringern und so den Wert der im Markt verbleibenden Aktien zu erhöhen, da sich dann das Vermögen des Unternehmens auf weniger Anteile verteilt. Der Bilanz Ansatz ist hier folgendermaßen, cash reduzierend und das Eigenkapital wird ebenfalls verringert. Die dazu gehörende Eigenkapital Position heißt Treasury Stock.


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Warum kaufen Unternehmen eigene Aktien zurück?
  • Kurspflege, je weniger Aktien im Umlauf desto höher die Kurse
  • Kennzahlen Gewinn pro Aktie sehen besser aus, man kann quasi Wachstum auf dieser Ebene darstellen
  • zu viel Cash und keine Investitionsmöglichkeiten

Das liest sich in erster Line alles gar nicht so schlecht, vor allem aus Sicht des Aktionärs. Die Kurse steigen konstant oder die Dividende kann auf weniger Aktien verteilt werden. Allerdings muss man hier beachten, dass vor allem US Unternehmen die Aktienrückkäufe in den letzten Jahre meiner Meinung nach übertrieben haben. Eines der bekanntesten Beispiele sind Apple oder McDonalds, vor allem McDonalds hat sich damit die Bilanz deutlich versaut.

Welche Auswirkungen haben Aktienrückkäufe?

Dazu habe ich die Bilanz von McDonalds aus dem Jahr 2015 mit der von Q1 2020 verglichen. Im Jahr 2015 betrug die Postition Treasury Stock -41.2 Mrd USD und das Eigenkapital betrug 7.1 Mrd USD.

In Q1 2020 sah dies folgendermaßen aus:

  • Treasury Stock -67.1 Mrd USD
  • Eigenkapital –9.3 Mrd USD

Also McDonalds hat in diesem Zeitraum Aktien im Wert von 26 Mrd USD zurückgekauft, was unter anderem in einem negativen Eigenkapital resultierte. Daneben stehen jetzt auch noch Long Term Debts in Höhe von 38 Mrd USD. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum über 160 Mio eigene Aktien zurückgekauft.

Mit dieser Reduktion der eigenen Aktien betrieb man vor allem Kurs- und Kennzahlenpflege. So wäre mit der Anzahl der Aktien aus dem Jahr 2015 (906 Mio) der Kurs bei 155.4 USD und nicht bei 189.5 USD. Der Gewinn pro Aktie wäre in Q1 2020 bei 1.22 USD und nicht bei 1.47 USD, zur Erinnerung in Q1 2016 wurde ein Gewinn pro Aktie von 1.23 USD gemeldet. Die Dividende könnte sich McDonalds eigentlich nicht mehr leisten, und Wachstum wurde sich durch Aktienrückkäufe teuer erkauft.

Ein interessante Artikel darüber findet ihr hier.

Fazit

Aktienrückkäufe sind jetzt natürlich nicht nur schlecht und machen teilweise auch Sinn, allerdings sollte dies auch begrenzt sein. In Deutschland zum Beispiel darf dies meines Wissens nur 10% des Grundkapitals ausmachen. Natürlich finde ich es auch gut, dass man damit auch ein Return an die Shareholder zurückgibt. Jedoch, das was MCD veranstaltet ist meiner Meinung nach grob fahrlässig. Die Firma wächst quasi seit 4 Jahren nicht mehr, hat inzwischen ein großen Berg an Schulden, die man fast auf ein Mininum reduzieren hätte können. Außerdem mit 25 Mrd USD hätte man wirtschaftlich gesehen sicher einiges anfangen können und man wäre auf Krisen wie jetzt weit aus besser vorbereitet.

Zusammenfassend kann man sagen Aktienrückkäufe sind bist zu einem gewissen Grad sicher sinnvoll und ein gutes Werkzeug Aktien attraktiver zu machen. Jedoch sollte dabei die Bilanz nicht zu sehr darunter leiden und durch die Rückkauf Ekstasen fehlt einige Unternehmen momentan einiges an dringend benötigtes Geld. Oftmals sind aber leider Bonuszahlungen an Aktienkurse oder ähnliches gebunden, also ob das in naher Zukunft ohne Regulierungen abnimmt ist eher fraglich.

Was denkt ihr darüber? Sollte Aktienrückkäufe strenger reguliert werden?

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2 Gedanken zu “Aktienrückkäufe | Vielleicht nur Kursmanipulation?

  1. Hier noch ein interessanter Zusatz: Laut Yardeni Research sind rund 2/3 der Aktienrückkäufe in den USA als Kompensation für in Aktien(optionen) gezahlten Gehaltsanteile der Mitarbeiter zu verstehen.

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