September 26, 2020

Erste Erfahrungen mit Aktien

Kannst du dich noch an deine erste Erfahrung mit Aktien oder dem investieren von echtem Geld erinnern oder hast du einfach nur Angst davor zu investieren? Sei beruhigt mir ging es am Anfang nicht anders. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie alles vor 5 Jahren begann.

Gegen Ende meines Studiums war ich schon berufstätig und ich fing auch so langsam mir jeden Monat etwas auf die Seite zu legen, jedoch kam mir zu dieser noch nicht der Gedanke jemals etwas in Aktien zu investieren, jeder um mich herum meinte immer nur „…ach das lohnt sich doch erst ab 40 000 EUR..,“ oder „…dabei verliert man doch nur Geld, alles reines Glücksspiel…“. Also legte ich alles auf mein Sparkonto mit der sensationellen Verzinsung von ca. 0.25%. Dieser Betrag wuchs nun monatlich stetig an aber es wurde eben nur mit meinem monatlichen Gehalt mehr. Mit der Zeit hab ich dann doch angefangen so langsam mich mit dem Thema Börse zu beschäftigen, ich habe angefangen Bücher zu lesen und wollte so gut wie möglich darauf vorbereitet sein wenn ich dann endlich anfange richtiges Geld zu investieren.

Meine erste Erfahrung sammelte ich dann mit einem Musterdepot bei brokerjet (ehemals einer der größten broker Österreichs). Das Musterdepot entwickelte sich echt super, soweit ich mich erinnere waren unter anderem folgende Firmen enthalten:

  • Daimler
  • Thyssen Krupp
  • VW
  • K+S

Ich hatte damals irgendetwas davon gelesen, in die Aktien zu investieren die im Vergleich zum Index am schlechtesten performten. Dies ging dann fast 1.5 Jahre so, gelesen habe ich viel gemacht habe ich nichts. Der Grund war einfach ich hatte Angst Geld zu verlieren, vermutlich habe ich mich durch das ganze Anti- Aktien, Investieren usw. Gerede zu sehr beeinflussen lassen.

Meine ersten Aktien

Gegen Ende 2014 habe ich es dann endlich geschafft mich zu überwinden etwas Geld zu investieren und ein Depot zu eröffnen, ich ging fest davon aus meine Strategie steht, ich habe so viel über Aktien gelesen und werde keine Fehler machen. Damals las ich irgendwas mit dividendenstarken Aktien also suchte ich mir auch solche aus. Mein Ziel war erst einmal mit 5 000 EUR zu starten und dann mal schauen wie es mir dabei ging. Überzeugt davon, dass ich keine Fehler mehr machen kann ging ich zu meiner Hausbank und eröffnete ein Depot (Fehler No. 1), motiviert und glücklich darüber, dass es nun endlich soweit war investierte ich in folgende dividenden starke Unternehmen:

  • RWE
  • EON
  • Daimler
  • Telekom

Das war zu gleich Fehler No. 2, ich habe mir damals keine Bilanz der Unternehmen angeschaut geschweige denn irgendwelche Geschäftsberichte. Aber gut wir waren damals in einem Bullenmarkt von dem her entwickelte sich das Depot gar nicht so schlecht und ich konnte meine erste Dividendenzahlung gar nicht erwarten. Die kam dann von Daimler und es war weniger als ich erwartete, der Grund war recht einfach, deutsche Quellensteuer, österreichische KEST und die lieben Gebühren meiner Hausbank. Zu dem Zeitpunkt war ich schon am überlegen in welche amerikanischen Aktien ich investieren sollte, da ich eigentlich sehr überzeugt war das richtige zu tun. Ich wollte jedoch schon zuvor die Steuerproblematik mit meiner Hausbank jedoch konnte mir niemand wirklich sagen ob die Doppelbesteuerung in der Dividende schon automatisch berücksichtigt ist oder nicht (eigentlich ziemlich beschämend für einen Bankberater).

Da ich eh schon etwas angefressen aufgrund der hohen Gebühren war wechselte ich schlussendlich die Bank und eröffnete wieder ein Depot (Fehler No 3). In der Zwischenzeit trennte ich mich von allen Aktien, da ich auch feststellte, dass die oben genannten Investments nicht alle die besten waren. Mein Hauptfokus lag jetzt auf amerikanischen Aktien und ich habe mich auch schon mehr mit dem Thema beschäftigt, das heisst ich wusste was eine Pay out Ratio, Dividend yield usw. ist. Eigentlich wollte ich jetzt voll durchstarten….

Nun ja ich war nun überzeugt, dass ich schlussendlich die richtige Bank habe und meine richtige Strategie, nämlich das investieren in amerikanische Dividenden Aktien. Der Vorteil ist hauptsächlich, dass sie die Dividende 4mal pro Jahr auszahlen und in Amerika die Shareholder Politik eine ganz andere ist im Vergleich zu Europa. Also kaufte ich meine ersten amerikanischen Aktien darunter waren die üblichen Verdächtigen:

  • Pepsi
  • Coca Cola
  • Johnson & Johnson
  • Altria Group
  • Procter Gamble
  • AT&T
  • Verizon
  • Emerson Electric

Alles gute Unternehmen und ich habe diese auch heute noch im Portfolio. Das Problem war nur das ein oder andere habe ich etwas zu teuer eingekauft, weil ich nicht wirklich auf die Bewertung achtete (Fehler No 4), dies würde ich heute nicht mehr so machen. Nun wartete ich also auf meine ersten Dividendeneingänge, aber es kamen keine. Schlussendlich fand ich heraus, dass die Bank eine Fremdwährungsgebühr verrechnete was meine Dividendeneingänge überstiegen und somit waren diese gleich null EUR.

Also entschied ich mich nochmals die Bank zu wechseln und zwar diesmal zu einer Direktbank, welche keine Gebühren für Dividendeneingänge verrechnet, die Gebühren für die Aktienüberträge wurden dann auch noch übernommen und ich habe schlussendlich meine Bank gefunden bei der ich inzwischen auch mein Giro und Sparkonto habe. Ich konnte nun richtig durchstarten und achtete beim Investieren auch auf die Bewertung der Unternehmen, ob sie gerade billig sind oder teuer. Sicher mache ich immer noch einige Fehler aber ich fühle mich inzwischen um einiges sicherer dabei und investieren momentan monatlich ca. 1 300 EUR. Mein Portfolio hat nun schon eine Größe von ca. 51 000 EUR und generiert ca. eine Dividendeneinkommen in Höhe von 1 400 EUR.

Was habe ich daraus gelernt?

Mein größtes learning daraus war, einfach starten man macht am Anfang Fehler da kann man soviel Bücher lesen wie man will. Wichtig ist, dass man ein Gefühl fürs investieren bekommt und aus den Fehler lernt. Mein größter Fehler war zu warten! Inzwischen habe ich sogar überwunden eine kleine Summe in p2p Kredite zu investieren und ich überlege mir sogar noch etwas nachzulegen.

Wie ging es euch bei der ersten Investition?

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