September 26, 2020

Finanzwissen in der Krise | Warum es gerade jetzt so wichtig ist

Hallo zusammen, ja die Überschrift ist bewusst so gewählt. Zum einen ist das Finanzwissen in der Krise, immer weniger Deutsche wissen wirklich was sie mit dem Geld anfangen sollen und laufen in Konsumschulden, und zum anderen ist Finanzwissen in einer Krise, wie wir sie jetzt gerade erleben, besonders wichtig.

Aktuelle Situation

Ich habe ja bereits ein Artikel zur Finanzbildung in Deutschland geschrieben und wie es um sie bestellt ist. Allerdings möchte ich nochmal kurz die Reichtumsstudie aufgreifen. Momentan hat jeder fünfte keinen Plan wie er in Zukunft Vermögen aufbauen soll.

Vermögensaufbau
Quelle: https://www.reichtumsstudie.de/

Dies ist ein erschreckend hoher Anteil, auch finde ich es sehr bedenklich, dass immer weniger ein Unternehmen gründen möchte.

Eine weitere interessante Studie dazu zeigt die Diskrepanz zwischen Vermögensaufbau durch Sparen und Vermögensaufbau durch Wertzuwächse in Deutschland im Vergleich zu anderen EU Ländern.

Sparen
Sparen

Quelle: https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article188057951/Sparen-Zum-echten-Vermoegensaufbau-fehlt-den-Deutschen-etwas.html

Hier sieht man zum Beispiel, dass Deutschland absolut Spitze im Sparen ist und dadurch am meisten Vermögenszuwachs generiert, aber gleichzeitig am wenigstens durch Wertzuwächse, sei es ETF’s, Aktien oder andere Assets generiert. Also irgendetwas scheint in Deutschland aber auch in Österreich nicht richtig zu laufen.

Was läuft falsch?

Generell, und ich möchte mich hier auf das Thema investieren in Aktien beschränken, ist die Haltung vieler gegenüber dem Investieren in Aktien sehr negativ. In Deutschland war zum Beispiel die Anzahl der Aktionäre laut https://de.statista.com/ nur bei 4.16 Mio. am Höhepunkt der dot com Blase waren es immerhin 6.21 Mio. In anderen Länder wie Norwegen, Schweiz oder den USA liegt diese Quote teilweise zwischen 30 und 50 Prozent. Auch wenn man das Thema Aktien im Freundeskreis oder bei Kollegen anspricht herrscht eher eine ablehnende Haltung.

Häufige Aussage sind:

  • „Das ist doch nur was für Zocker“
  • „Viel zu riskant“
  • „Da kenne ich mich nicht aus“

Vor allem die letzte Aussage überrascht mich manchmal, da sie auch von Kollegen kommt die in Finanzabteilungen arbeiten. Also mehr Finanzwissen bräuchte man eigentlich nicht.

Was ist Finanzwissen überhaupt?

Naja eigentlich ist es recht einfach:

  1. Man sollte nicht mehr ausgeben als Einnehmen, darin scheinen wir Deutsche eigentlich recht gut zu sein.
  2. Keine Konsumschulden, entweder kann man sich gewisse Dinge leisten oder eben nicht.
  3. Das wichtigste, man sollte verstehen das Geld für sich arbeiten zu lassen, insbesondere was der Zinseszinseffekt bewirken kann.

Ist man bis zu Punkt 3 mal gelangt und man möchte nun in zum Beispiel in Aktien oder ETF’s investieren gilt es jedoch immer noch ein paar Regeln zu befolgen.

  1. Nur das Geld investieren, was man in der nächsten Zeit nicht braucht.
  2. Damit rechnen, dass sich die Kurse halbieren können.
  3. Nicht auf Pump investieren.
  4. Wenn man sich nicht ständig mit Aktien auseinander setzten will, Sparpläne laufen lassen.
  5. Der Zeitpunkt ist nicht so wichtig, die Zeit des investiert bleiben ist viel wichtiger, je länger desto besser.
  6. Nur in das investieren was man auch versteht.
  7. Finger weg von Hype Aktien.
  8. Nicht alles auf eine Aktie setzen.
  9. Nicht gierig werden.
  10. Auf das eigene Risikoprofil achten.

Ob man nun in Aktien oder ETF’s investiert ist jedem selbst überlassen und auch eine Frage in wie weit man sich mit einzelnen Unternehmen auseinandersetzen möchte.

Auch wenn man sich schlussendlich für einzelne Aktien entschieden hat, das einzige was man verstehen muss ist das Geschäftsmodell und die Geschäftszweige der Firma. Außerdem sollte man sich auch mit Bewertungsmodelle etwas auseinander setzen können. Dies ist aber auch keine Rocket Science.

Finanzwissen ist deshalb für mich auch eine Einstellungssache und nicht nur eine Bildungsfrage.

Warum profitiert man davon ausgerechnet in Krisen?

Nun ja die Vergangenheit und auch die aktuelle Krise haben wieder gezeigt, diejenigen die ein kühlen Kopf bewahrten und nicht aus der allgemeinen Panik heraus verkauften sondern investierten waren die Gewinner. Wer sich andererseits von der Panik anstecken ließ und verkaufte ist so vermutlich auch auf seinen Verlusten sitzen geblieben.

Bestes Beispiel ist der DAX, dieser hat sich inzwischen von seinem Tief mit 8500 Punkten auf wieder 13000 Punkte gesteigert. Also wer sich an die oben genannten Regeln gehalten hat konnte einiges an Gewinn mitnehmen, und auch deutlich mehr Rendite erzielen als über das Sparbuch.

Nicht umsonst gilt der Leitsatz: „Der Grundstein für Vermögensaufbau wird in Krisen geschaffen.“

Fazit

Leider scheinen viele noch von der dot com Blase gebrandmarkt zu sein, als man sich genau nicht an die Regeln hielt und blind in die Volksaktie Telekom investierte. Das gleiche gilt in der heutige Zeit für die Wirecard Aktie. Viele waren vermutlich nur in eine einzige Aktie investiert und verloren den Großteil ihres Vermögens.

Beim investieren gibt es ein paar simple Regeln, wenn man diese anwendet kann eigentlich nicht viel schief gehen. Diese sind nicht sehr kompliziert und haben mit Finanzwissen an sich nicht viel zu tun. Finanzwissen allein beschränkt sich mehr oder weniger auf die oben 3 genannten Punkten. Mit diesem Wissen kann man gerade in Krisen oder Crashsituationen enorm profitieren und sich ein gewisses Vermögen aufbauen.

Auch die Tatsache, dass wir vermutlich in naher Zukunft nicht von den Niedrigzinsen wegkommen werden sollte viele ermutigen mit dem Investieren zu starten. Wichtig ist allein die Tatsache, dass man startet und nicht wann. Allein mit einem Sparbuch wird man nicht vermögend.

Deswegen Finanzwissen aneignen und mit dem Investieren beginnen!

Es gibt zu dem Thema unzählige Bücher, die mir am Anfang auch sehr geholfen haben.

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Dies ist keine Anlagenberatung und gibt nur meine persönliche Meinung wieder!

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2 Gedanken zu “Finanzwissen in der Krise | Warum es gerade jetzt so wichtig ist

  1. Hallo Andreas,

    die von dir beschriebenen Punkte sind absolut zutreffend. Die Pleite von Wirecard und der Corona-Crash können tatsächlich die spärliche Aktienkultur in Deutschland weiter vermindern.

    Deshalb habe ich analysiert, wie sich ein breit diversifiziertes Portfolio mit einem 60% Aktien- und 40% Anleiheanteil über die letzten 10 Jahre inkl. Corona-Crash entwickelt hätte.
    Es ist schon immer wieder erstaunlich zu sehen, dass sich dabei das Risiko fast halbieren lässt. Hingegen lässt sich dabei immer noch eine passable Rendite erzielen.
    Siehe: https://bit.ly/2YeTb2y

    Gruß,
    Steffen.

    1. Hallo Steffen, danke für den Kommentar. Ich muss mir das später mal genauer anschauen. Aber ja klar du hast recht ein paar Anleihen dabei zu haben ist sicher nicht schlecht. Hab mir auch schon überlegt dies über ein ETF zu machen. Mal schauen, wie ich das angehen werde.

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