September 23, 2020

Wirecard | Mein Senf dazu…

Es sind vermutlich heute schon einige Artikel zu Wirecard erschienen und ich möchte eigentlich nicht auch noch mein Senf dazu abgeben. Aber irgendwie habe ich das Gefühl ich muss meinen Frust irgendwie doch rauslassen.

Um es vorweg zu nehmen, ich besaß nie eine einzige Aktie von Wirecard und werde es vermutlich auch nie (vielleicht werde ich bei 1 EUR schwach :P…).

Ich habe mich mit der Aktie nie wirklich beschäftigt auch kann ich deren Geschäftsmodell nicht zu 100% nachvollziehen. Schlussendlich war das wohl besser so.

Das wirklich traurige an der Geschichte ist der Schaden für den Tech Standort Deutschland und für die Aktienkultur in Deutschland generell, wir sprechen hier immerhin von einem DAX Unternehmen. Ob es sich nun um wissentlichen Betrug oder um einen riesen Schlamperei hadelt ist eigentlich egal, Wirecard kann ein viertel ihrer Bilanzsumme nicht erklären.

Wie kann so was eigentlich passieren?

Gute Frage und eigentlich keine Ahnung. Einer der Gründe ist sicherlich bei den Wirtschaftsprüfern zu suchen. Zweifelsohne die Qualtät wird immer schlechter und oftmals werden nur Praktikanten und Berufsanfänger zur Prüfung geschickt und denen kann man eigentlich fast alles erzählen. Oftmals werden signifikante Dingen nicht genau hinterfragt und auch nicht gefunden. Ein anderer Grund ist natürlich auch der enorme Kostendruck der Wirtschaftsprüfer. Grundsätzlich sollte man hier das System als ganzes hinterfragen.

Am Ende zahlt man Geld für die Unterschrift des Wirtschaftsprüfers!? Klingt für mich wie ein ziemlicher Blödsinn.

Aber das traurige an der Wirecard Geschichte ist eher die Tatsache, dass der Skandal erst durch die FT aufgedeckt wurde, als man schon längst im DAX gelistet war. Wo waren denn hier die unabhängigen Prüfungsbehörden?

Schaden für die Aktienkultur in Deutschland

Ich höre jetzt schon wieder viele schreien:

„Selber schuld wenn man in Aktien investiert“
„Man kann eh nur Geld verlieren

In dem Fall mag das sogar richtig sein, allerdings die nur sowieso spärlich Investitionfreude der Deutschen wird sicherlich nicht mehr werden. Der gesamte Schaden lässt sich am Ende nicht wirklich messen, jedoch ist mit Wirdecard wieder einiges an Vetrauen an die Börse verloren gegangen. Für meinen Teil kann ich nur sagen, ich ändere nichts an meiner Strategie und investiere nur in Unternehmen deren Geschäftsmodell man zu 100% auf Anhieb versteht und nachvollziehen kann, für mich war das bei Wirecard nie der Fall.
Meiner Meinung nach, um den Schaden so gering wie möglich zu halten, muss Wirecard sofort aus dem DAX fliegen bis endlich mehr Klarheit herrscht.

Wie denkt ihr über Wirecard? Hattet ihr Aktien oder habt ihr diese noch?1

2 Gedanken zu “Wirecard | Mein Senf dazu…

  1. Wer sich dafür interessiert und sich damit auseinandersetzt weiß, dass sowas wie bei Wirecard passiert, aber man die Börse nicht daran ausmachen sollte. Die Schwätzer lass ich reden und denke mir meinen Teil, solange ich alles für mich passend richtig mache kann ich nachts auch gut schlafen. Wirecard war bei mir auch nie ein Kandidat für mein Depot.

    1. Hi Rina, danke für dein Kommentar! Du hast natürlich recht und man sollte sich an die eigene Strategie halten und die Schwätzer ignorieren. Jedoch bin ich der Meinung, dass sowas wie mit Wirecard nicht passieren darf, es ist immerhin ein DAX Unternehmen und keine Garagen Softwarebude. Insgesamt ist das sehr peinlich für Deutschland….

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